Pakistan

In Zahlen                                                              

  • Gesamtbevölkerung: 193.238.868 Einwohner (Stand: Juli 2013, geschätzt)1)
  • 0-14 Jahre: 34% (Stand: 2013)1)
  • es gibt keine verlässlichen, offiziellen Zahlen bezüglich Kinderarbeit, jedoch wird geschätzt, dass diese weit verbreitet ist und etwa 3,7 Millionen Kinder arbeiten2)

Tätigkeiten / Produkte

  • Straßenhändler
  • Gerbereien
  • Ziegelbrennerein
  • Landwirtschaft
  • Baumwollanbau
  • Teppichproduktion
  • Fußballproduktion
  • Herstellung von medizinischen Instrumenten3)
  • Schiffsabwrackung zur Stahlgewinnung
  • Kohle4)
  • Herstellung von Glasschmuck4)

Allgemeine Rahmenbedingungen

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  • 17% der Bevölkerung leben von weniger als 1 US- Dollar pro Tag
  • hohes Bevölkerungswachstum
  • Im Oktober 2005 tötete ein extrem starkes Erdbeben 73.000 Menschen, verletzte weitere 70.000 und ließ 3,3 Millionen Pakistaner obdachlos zurück5)
  • Arbeitslosenrate: 6,2% (Stand: 2012, geschätzt)1)

Schulbildung

Fallbeispiel

Assan, 11 Jahre alt, wacht mit seinen Geschwistern und seinem Freund Sagir auf. Assan hat keinen Vater mehr. Nach dem Morgengebet gibt es ein Fladenbrot. Dann beginnt der Arbeitsalltag: Assan und Sagir nähen Fussbälle zusammen. Hier, im Nordosten Pakistans, werden mit 20 Millionen Bällen pro Jahr rund drei Viertel der Weltproduktion an Fussbällen hergestellt. Kinder, die wie Assan und Sagir an der Fussballproduktion beteiligt sind, sieht man nicht in Sabrana. Sie bleiben verborgen. Dafür sorgen die Herstellerfirmen. Darunter sind bekannte Namen wie adidas, Puma oder Nike zu finden. Sie sorgen sich um ihren guten Ruf, möchten nicht, dass ihr Name mit Kinderarbeit in Verbindung gebracht wird. Dennoch nähen diese Knaben 4 Bälle pro Tag. Um alle 32 Lederteile zusammen zu nähen, brauchen sie 750 Nadelstiche. Pro Ball verdienen sie weniger als einen Franken. Häufig wird ihnen aber willkürlich etwas Geld abgezogen. Mafia-Steuer nennen dies die Jungen. Doch es gibt auch Hoffnung. Assan und Sagir können an einem Schulprogramm der Internationalen Arbeitsorganisation ILO teilnehmen, welche sich an Kinder richtet, die in der Fussballproduktion tätig sind.“6)

  • 76% der Jungen und 56% der Mädchen werden eingeschult
  • nur 62% der Jungen und 51% der Mädchen besuchen die Schule regelmäßig5)

Ursachen für Kinderarbeit

  • Armut (Kinder müssen zum Familieneinkommen beitragen)
  • Nachfrage nach billigen Arbeitskräften
  • Schuldknechtschaft, die von den Eltern auf die Kinder übertragen wird

Gesetzliche Rahmenbedingungen

  • ILO Konvention Nr. 1057) : ratifiziert am 15.2.1960
  • ILO Konvention Nr. 1388) : ratifiziert am 06.07.2006
  • ILO Konvention Nr. 1829) : ratifiziert am 11.10.2001
  • UN-Kinderrechtskonvention10) : ratifiziert am 12.11.1990
  • UN Zusatzprotokoll bewaffnete Konflikte11) : unterzeichnet am 26.9.2001, noch nicht ratifiziert
  • UN Zusatzprotokoll Kinderhandel12) : unterzeichnet am 26.9.2001
  • mit Ausnahme von Minen und Eisenbahnschienen, ist das Mindest- Arbeitsalter in Pakistan auf 14 Jahre festgelegt
  • die Verfassung Pakistans verbietet Sklaverei, Zwangsarbeit, Menschenhandel und Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren
  • der „Employment of Children Act“ verbietet die Beschäftigung von Kindern in bestimmten Bereichen und setzt mögliche Arbeitszeiten fest; kein Kind darf beispielsweise nachts arbeiten13)

Bisherige Lösungsansätze

  • Die „Bonded Labor Liberation Front“ versucht allen Kinderarbeitern eine Schulbildung zukommen zu lassen. In ihrem Programm „Struggle against slavery through education“ wurden 122 kleine Schulen errichtet, in denen 5000 ehemalige Kinderarbeiter zwischen 6 und 12 Jahren unterrichtet werden13)

Bisherige Erfolge

  • nationale und internationale Initiativen zur Beseitigung der Kinderarbeit; im Zuge einer Initiative von Adidas, der FIFA und UNICEF konnten leider nur begrenzt Erfolge erzielt werden

Weitere Links

Beispiel für Initiativen gegen Kinderarbeit: Fair gehandelte Fußbälle aus Pakistan

  1. CIA – The World Factbook – aufgerufen am 21.10.2013 [] [] []
  2. Caritas International []
  3. Internetauftritt Jochen Hippler []
  4. U.S. Department of Labor [] []
  5. UNICEF Länderbericht [] []
  6. Balljungs – Woher kommen unsere Fußbälle? – erschienen August 2001 – aufgerufen am 14.07.2014 Link nicht verfügbar 19-06.15 []
  7. Abschaffung der Zwangsarbeit []
  8. Mindestalter 15 Jahre für die Zulassung zur Beschäftigung []
  9. Verbot und Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit []
  10. Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder []
  11. Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zum Schutz der Kinder in bewaffneten Konflikten []
  12. Zusatzprotokoll zum Schutz vor Kinderhandel, -prostitution und -pornographie []
  13. Bureau of International Labour Affairs [] []

4 Kommentare zu Pakistan

  1. Pingback: Solararbeitsleuchte für Kinder in Pakistan | Wortsucht

  2. Pingback: Mikrokredite und Kinderarbeit in Pakistan | Aktiv gegen Kinderarbeit

  3. Nadine / EarthLink sagt:

    Guten Tag Thermann,
    wir haben gleich heute mit der Recherche zu den beiden Firmen begonnen und diese auch kontaktiert.
    Sobald wir nähere Informationen haben, nehmen wir die Firmen in unsere Firmenliste auf, wo dann auch nachzulesen sein wird, ob es Kinderarbeit gibt und wie diese Unternehmen dazu stehen.
    Viele liebe Grüße, Nadine

  4. Thermann sagt:

    Ich habe eine Frage:
    Können Sie etwas zu den Firmen MASITA (Sportartikelhersteller aus NL, Fertigung von Fussbällen in China, Aufschrift auf den Bällen: no child labour, ansonsten keine Informationen auf der Homepage) sowie PAUL-HARTMANN AG (Medizinprodukte, Herstellung u.a. im Pakistan, mündliche Information: keine Kinderarbeit, aber bisher keine näheren Informationen) sagen: Gibt es für beide Firmen Hinweise auf Kinderarbeit bzw. umgekehrt den Nachweis, dass KEINE Kinderarbeit eingesetzt wird? Vielen Dank, F. Thermann

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