Albanien

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in Zahlen:

Fallbeispiel

„Mein Name ist Kristina Leka, ich lebe in Korca und bin 12 Jahre alt. Eines Tages kam ein Mann zu uns nach Hause und sprach mit meinen Eltern. Von Zeit zu Zeit sahen sie zu mir herüber und der Mann lächelte mir zu. Meine Eltern sagten, dass ich mit ihm nach Griechenland gehen sollte, weil wir arm waren und weder Geld noch ein Haus hatten. Eines Tages um Mitternacht ging ich mit dem Mann fort. Nach drei Tagen erreichten wir Thessaloniki. Am nächsten Tag nahm er mich mit auf die Straße, um Taschentücher zu verkaufen. Ich arbeitete sehr hart: Von neun Uhr früh bis Mitternacht. Ich verdiente 6-9 Euro am Tag, aber er war nicht zufrieden und schlug mich, weil er viel mehr Geld wollte. Dann ließ er mich betteln. Seine Frau und seine Söhne schlugen mich auch. Er sagte mir, dass ich viel Geld verdienen müsste, weil meine Eltern es bräuchten. Eines Tages, als ich wieder bettelte, sperrte mich die Polizei ein. Sie brachten mich zu Filoxenia. Da waren andere Kinder. Ich verbrachte dort ein paar Monate und kehrte dann nach Albanien zurück.“

Terre des hommes

  • Gesamtbevölkerung: 3,020,209 Einwohner (July 2014 est.)1)
  • 0-14 Jahre: 20,6%1)
  • UNICEF geht 2012 davon aus, dass 12% der 5- 14 Jährigen Kinderarbeit verrichten (14% der Jungen und 9% der Mädchen)2)

Tätigkeiten/Produkte:

  • Landwirtschaft: Schafhirte und Hilfe bei der Cannabisernte3)
  • Minen3)
  • Drogenkuriere3)
  • Hotels und Restaurants3)
  • Bauarbeiten3)
  • Bettler und andere Straßenarbeiten3)
  • Stoff- , Schuh- und Textilindustrie4)
  • Ansonsten waschen sie Autos, verkaufen Kleinigkeiten auf der Straße und helfen bei der Müllaufbereitung.5)
  • ca. 3000 Kinder werden im Jahr aus Albanien nach Griechenland geschleust6), aber auch nach Mazedonien und dem Kosovo findet Kinderhandel statt, sowie innerhalb Albaniens. Tätigkeiten: Zwangsarbeit (Betteln, Prostitution)4)

Allgemeine Rahmenbedingungen:

  • Albanien gilt als eines der ärmsten Länder Europas7)
  • Schwierigkeiten bei der Umstellung von Plan- auf Marktwirtschaft führten zu vermehrter Kinderarbeit in Osteuropa.8)
  • 12,5% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze
  • Arbeitslosenrate: 13% (2012), dabei sind aber weitere 30%, die sich mit Subsistenzwirtschaft durchschlagen, nicht miteingerechnet9)
  • Minderheiten (Roma, Ägypter) werden oft diskriminiert; sie stellen den Großteil an Straßenkindern10)

Schulbildung

  • 85% der Kinder wurden 2010 in der Primärstufe angemeldet, fast ebenso viele traten in die Sekundarstufe ein11)
  • Schulbildung ist kostenlos und verpflichtend bis zum Alter von 15 Jahren; es fallen aber Zusatzkosten an
  • Minderheiten werden teilweise vom Bildungssytem ausgeschlossen4)

Ursachen für Kinderarbeit:

  • Armut (die durch die hohe Arbeitslosenrate und die niedrigen Löhne entsteht)
  • Kein hoher Wert der Schulbildung, schlechte Durchsetzung der Schulpflicht
  • Diskrimnierung von Minderheiten
  • Mangelnde Umsetzung der Gesetze gegen Kinderarbeit12)

Gesetzliche Rahmenbedingungen:

  • ILO Konvention 105: ratifiziert am 27.02.1997
  • ILO Konvention 138: ratifiziert am 16.02.1998
  • ILO Konvention 182: ratifiziert am 02.08.2001
  • UN Kinderrechtskonvention: ratifiziert am 27.02.1992
  • Nationale Gesetzgebung: Kinder unter 16 Jahren dürfen nicht arbeiten, es gibt Ausnahmen für leichte Arbeiten ab 14 Jahren und Beschränkungen für Minderjährige zwischen 16 und 18 Jahren4)

Lösungsansätze:

  1. CIA The World Factbook [] []
  2. Albania Statistics []
  3. 2013 Findings on the Worst Forms of Child Labour – U.S. Department of Labor – zuletzt aufgerufen am 10.10.2014 [] [] [] [] [] []
  4. worst forms of child labour report Albania – 2011 [] [] [] []
  5. Österreichischer Gewerkschaftsbund []
  6. Die Zeit []
  7. „Rural poverty in Albania“ – Rural Poverty Portal []
  8. Artikelpedia []
  9. CIA – The World Factbook []
  10.   worst forms of child labour report Albania – 2011 []
  11. Albania Statistics []
  12. Österreichischer Gewerkschaftsbund – nicht mehr abrufbar, 15.11.2013 []

Ein Kommentar zu Albanien

  1. Lara Jane Otting sagt:

    Ich find die Kinderarbeitsehr schlimm

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