AI-Bericht über Kindersoldaten im Tschad

Am Mittwoch, den 09.02.2011 hat Amnesty International (AI) einen Bericht zur Rekrutierung von Kindersoldaten im zentalafrikanischen Tschad vorgelegt, welcher auch 40 Interviews mit ehemaligen und gegenwärtigen Kindersoldanten enthält. Kinder von 13 bis 17 Jahren werden in Kämpfen im Osttschad oder im Sudan eingesetzt. Kinder im Alter von 10 Jahren dienen als Träger und Boten in der Armee.

Der AI-Afrikadirektor Erwin von der Borght fordert daher die tschadische Regierung und die im Osttschad und im Sudan kämpfenden Truppen auf, die Rekrutierung von Kindern unter 18 Jahren zu stoppen und Kinder aus der Armee und den Kampfverbänden zu entlassen.

Aus den geführten Interviews geht hervor, dass vor allem in Flüchtlingslagern Kinder angeworben werden. Beispielsweise leben im Flüchtlingslager im Osttschad 500.000 Menschen, die vor Konflikten zwischen Rebellen und Regierungstruppen oder aus der Kriegsregion Dafur im Sudan geflohen sind. In diesen Lagern leiden die Menschen unter Armut. Zudem gibt es keinen Zugang zu Bildung, keine Arbeitsmöglichkeiten und viele der Flüchtlinge haben Freunde und Verwandte in Kämpfen verloren. Kinder, die ordentlich und schön gekleidet sind, versuchen an diesen Orten Kinder mit Zigaretten und Geld für die Armee und Kampftruppen zu werben.

Die Regierung des Tschad und UNICEF haben im Jahr 2007 ein Programm zur Reintegration von Kindersoldaten gestartet, welches aber nicht erfolgreich war. Politik und Militär haben das Programm nicht umgesetzt. Unsicherheit und die extreme Armut der Bevölkerung führten ebenfalls dazu, dass das Programm scheiterte.

Im September 2010 wurden elf Männer verhaftet, die Kindersoldaten anwarben. Jedoch ist völlig unklar, was mit ihnen geschah und ob ein Gerichtsverfahren und eine Bestrafung erfolgten oder die Männer straffrei davonkommen konnten.

Erst kürzlich ordnete der tschadische Präsident eine Amnestie für Verbrechen der bewaffneten Opposition und Straflosigkeit bei der Rekrutierung von Kindern und anderen Menschenrechtsverletzungen an. Statt Amnestie fordert Erwin von der Borght Strafverfolgung und Gerichtsverfahren nach internationalen Standards. Denn, so von der Borght weiter, es gibt für die Verletzung von Rechten der Kinder keine Entschuldigung.

Link zum Artikel (englisch)

Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.