Hilfsorganisation Invisible Children ruft zu Schweigetag für entführte Kinder durch die LRA auf

Zwischen Januar und März 2011 wurden 107 Angriffe und 178 Entführungen durch die Widerstandsarmee des Herrn, kurz LRA (Lord’s Resistance Army), eine paramilitärische Gruppe, die gegen die Regierung Musevenis im Norden von Uganda kämpft, in der Demokratischen Republik Kongo, in der Zentralafrikanischen Republik und dem Sudan verzeichnet. Bei den Opfern handelt es sich vorwiegend um Kinder, die verschleppten Mädchen werden zur Sexarbeit gezwungen, während man die Jungen als Kindersoldaten einsetzt.

Die Organisation Invisible Children ist vor Ort tätig und hat sich die Förderung von Stabilität und Frieden dieser Region zum Ziel gemacht. „Die Reichweite und Grausamkeit der Attacken der LRA übersteigen bei weitem das, was in den Nachrichten berichtet wird“, so Adam Finck, Mitglied von Invisible Children, über seine Erfahrungen im Krisengebiet. Mädchen werden oftmals gegen ihren Willen an LRA Kommandeure verheiratet, berichtet Adam Finck. Auch wenn den entführten Kindern eine Flucht aus ihrer misslichen Lage gelingt, gibt es keine Hilfsstelle, an die sie sich wenden können, um ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

Im Rahmen der Veranstaltung „speak out without speaking“ rufen Invisible Children am 25. April 2011 zur weltweiten Solidaritätsbekundung mit all den Kindern auf, die im nun schon 25. Kriegsjahr der LRA entführt, misshandelt und zu ausbeuterischer Arbeit gezwungen wurden. Vom 24. April an ab 7 Uhr Ortszeit soll 25 Stunden lang ein symbolisches Schweigen einsetzen, dass in 18 US-amerikanischen Städten durch Auftritte von Bands und politische Ansprachen von Menschen aus aller Herren Länder im Rahmen der „Break the Silence“ Events am 25. April beendet wird. Mit den Spendenerlösen möchte die Organisation in Zusammenarbeit mit lokalen Helfern Projekte zum Schutz der Bewohner in den von der LRA gefährdeten Gebieten durchsetzen sowie Rehabilitationszentren für die traumatisierten Opfer einrichten, um deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu unterstützen. Laut Aussage der Organisation soll auch die Etablierung eines Frühwarnsystems via Radioempfang weiter ausgebaut werden, um auch die Menschen in den entlegensten Regionen erreichen zu können.

Link zum Artikel (englisch)

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