Indien: Neue Baumwollsorte lässt Kinderarbeit ansteigen

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Der Beginn der Baumwollernte ist eng mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in der indischen Provinz Gujarat verknüpft. Ein Drittel der indischen Baumwolle wird in der Region eingefahren, die ihre Produktion in diesem Jahr um 34% steigern konnte. Doch es wird vermutet, dass diese Erfolge nur mit Hilfe von Kinderarbeit eingefahren werden.

Kinderarbeit ist dabei im nördlichen Gujarat an der Tagesordnung. Mit einer neuen Baumwollsorte namens Bt werden jedoch vermehrt Minderjährige zur Arbeit in der Landwirtschaft herangezogen, da für die notwendige künstliche Bestäubung der Blüten eine geringe Körpergröße von Vorteil ist. Die Nachfrage nach infantilen Arbeitskräften hat dabei zu einer regelrechten Migration von Kindern aus den umliegenden Gebieten nach Gujarat geführt, wo sie zusammen mit den Erwachsenen auf den Feldern arbeiten.

Problematisch ist dabei, dass die Kinderarbeit in Indien trotz entsprechender Vorhaben der Regierung bis heute nicht verboten ist. So bleibt die Arbeitszeit der Kinder – in der Regel sind es 10-12 Stunden täglich – der einzige Straftatbestand, da die Gesetze nur eine maximale Arbeitszeit von fünf Stunden erlauben. Nach einer Schätzung der NGO Baniyadi Adhikar Andolan Gujarat, die sich gegen Kinderarbeit in der Region engagiert, sind bis zu 60.000 Minderjährige in der Landwirtschaft beschäftigt. Die jüngsten sind dabei erst acht Jahre alt.

 

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Über Mathias / EarthLink

Praktikant bei EarthLink / Student der Politikwissenschaft mit Nebenfach Geschichte an der LMU München. Aufgabenbereiche: Projektmitarbeit "Aktiv gegen Kinderarbeit" und "Drogen Macht Welt Schmerz"
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