Tausche Niere gegen iPad: der Fall eines chinesischen Schülers

Bild: © n.v. -

Als vor etwa einem Jahr der schockierende Fall des 17-jährigen Schülers aus der chinesischen Provinz Anhui bekannt wurde, glaubte man zunächst, dies sei ein schlechter Scherz. Zu unwirklich erschien dieses Tauschgeschäft. Doch rasch musste man sich eines Besseren belehren lassen.

Im Internet war der Junge auf eine Anzeige aufmerksam geworden, die einen hohen Geldbetrag versprach, wenn man dafür ein Organ spendete. Aufgrund seines dringlichen Wunsches, ein iPad sowie ein Smartphone zu besitzen, entschloss der Schüler sich kurzerhand dazu, die Reise in die Nachbarprovinz anzutreten, um diesen Eingriff vornehmen zu lassen.

Er erhielt für seine Niere umgerechnet 2.700 Euro – der hauptverdächtige Organhändler konnte diese offenbar zehnmal so teuer verkaufen.1)

Nun wurden in der südchinesischen Stadt Chenzhou fünf Personen festgenommen, die mit illegalem Organhandel in Verbindung gebracht werden können  – auch mit der Entnahme der Niere des Jungen. Zu den Beschuldigten zählen unter anderem ein Chirurg und ein Makler.2)

Das chinesische Gesundheitsministerium gibt an, dass jährlich etwa 10.000 Transplantationen durchgeführt werden. Dies kurbelt den illegalen Organhandel um ein Vielfaches an, da der Bedarf deutlich höher ist: etwa 1,5 Millionen Menschen warten derzeit in China auf ein Spenderorgan. Ein Großteil der Organe – in etwa 65 Prozent – stammt im Augenblick von hingerichteten Straftätern. Organhandel ist in China seit 2007 strafbar. Mittlerweile muss ein lebender Spender mit den Empfängern seiner Organe verwandt sein.3)

Dies alles sind Faktoren, die den Boom auf dem Schwarzmarkt fördern und viele Personen dazu veranlassen, bei finanziellen Problemen den Verkauf eines Organs in Erwägung zu ziehen.

Der Schüler, der vergangenes Jahr sein Organ verkaufte, klagt nun über Probleme mit der noch verbliebenen Niere.

  1. Link zum Artikel von zeit.de []
  2. Link zum Artikel von Spiegel Online []
  3. Link zum Artikel von faz.net []
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