Elfenbeinküste: Milizen rekrutieren Kindersoldaten

Ivorische Milizen, welche dem ehemaligen Präsidenten der Elfenbeinküste Laurent Gbagbo nahe stehen, rekutieren in der Grenzregion zwischen Liberia und der Elfenbeinküste offensichtlich liberische Kinder und Jugendliche für ihre Armeen. Der Westen der Elfenbeinküste gilt dabei als Hochburg der Gbagbo-Anhänger, welcher nachdem er sich nach verloren gegangenen Wahlen weigerte die Macht abzugeben, letzten Mai durch den internationalen Strafgerichtshof in Gewahrsam genommen wurde. Die Milizen rekrutieren bereits Kinder im Alter von 14 Jahren. In Trainingscamps werden die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren innerhalb einer sogenannten „small boys unit“ militärisch ausgebildet. Schließlich werden die Kindersoldaten vornehmlich als Späher im Rahmen von Angriffen der Milizenarmeen im Westen der Elfenbeinküste eingesetzt. Zeugenaussagen zufolge setzen sich die angreifenden Milizengruppen dabei häufig bis zu einem Drittel aus Kindersoldaten zusammen.

Die liberianische Armee scheint dabei kaum etwas gegen die Machenschaften der im Land ansässigen Milizen ausrichten zu können. Für ein effektives Vorgehen besitzt diese zu geringe Kapazitäten und kann überdies als korrupt angesehen werden. Darüber hinaus stammen die von den Milizen verwendeten Waffen vermutlich von nun in ghanaischem Exil lebenden Gbagbo-Anhängern. Das Gebiet in welchem sich die Milizen niedergelassen haben und deren militärische Ausbildungscamps betreiben ist aufgrund schwerer Zugänglichkeit zudem sehr schwer zu überwachen.

Erst in den vergangenen Tagen kam es in einem Dorf der genannten westlichen Region der Elfenbeinküste zu einem Angriff der Milizen, bei welchem acht Zivilisten sowie sieben Soldaten der UN-Friedentruppen getötet wurden. Auch der ivorische Staat steht dem Problem bislang weitgehend machtlos gegenüber. Der seit 2010 amtierende Präsident Alassane Ouattara hat sich primär darum zu bemühen, die nationale Armee, bestehend aus den sich zuvor bekriegenden Regierungssoldaten und ehemaligen Rebellen, zu vereinen. Als Reaktion auf den jüngsten Angriff schloss Liberia seine etwa 700 Kilometer lange Grenze zur Elfenbeinküste. Die Regierung der Elfenbeinküste drohte ihrerseits damit, Soldaten mit dem Auftrag der Ausschaltung der Milizengruppen nach Liberia zu entsenden.1)2)

  1. Côte d’Ivoire recruits child soldiers from Liberia – Mail & Guardian []
  2. Child soldiers forced to fight as mercenaries in Ivory Coast – RT []

Über moritz / earthlink

Praktikant bei EarthLink / Student der Politikwissenschaft und der Kommunikationswissenschaft und Medienforschung and der LMU München
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