Die Schokoladenfirma Hershey möchte sich gegen Kinderarbeit einsetzen – und stellt gleich einen Plan auf

Bild: © (CC BY-SA 3.0) -

Einer der weltweit führenden Schokoladenhersteller, Hershey, gab letzten Mittwoch bekannt, dass er bis 2020 nur noch nachhaltigen und ohne Kinderarbeit produzierten Kakao verwenden möchte.

Das Versprechen kommt zwei Wochen, nachdem die „Uniting Church“ in Australien ihre „chocolate scorecard“ veröffentlich hatte. Diese legt offen, welche der großen Schokoladenkonzerne sich gegen Kinderarbeit einsetzen. Dabei kam heraus, dass Hershey am wenigsten von allen großen Unternehmen gegen Kinderarbeit tut. Das Unternehmen macht keinerlei öffentliche Angaben dazu, woher es seinen Kakao bezieht, man schätzt jedoch, dass weniger als ein Prozent fair gehandelter Kakao ist. Hershey besitzt zwar einen Fonds, um für faire Löhne und gegen Kinderarbeit zu kämpfen, aber das Budget dieses Fonds beläuft sich auf gerade mal ein Fünftel des Geldes, was die CEOs der Firma erhalten.1)

Aus Westafrika kommen 70% des weltweit produzierten Kakaos und dort arbeiten 1,8 Millionen Kinder auf Farmen. Entweder setzen sie sich den Gefahren, die dort auf sie warten, wie zum Beispiel der Einsatz von Pestiziden, freiwillig aus, weil es die Farm ihrer Eltern ist oder sie werden zur Arbeit gezwungen. Neben den Pestiziden werden die Kinder oft noch weiteren Gefahren ausgesetzt, wie beispielsweise die Arbeit mit Macheten oder langen, beschwerlichen Wegen um die Farm überhaupt zu erreichen. Sie arbeiten oft für einen Hungerlohn oder erhalten gar kein Geld.

Die Scorecard verlangte zudem, dass die Konzerne sich bei der Uniting Church melden. Hershey antwortet per E-Mail, dass sie schon seit längerem ein Projekt planen, um gegen die Kinderarbeit auf Kakaoplantagen vorzugehen. Der Konzern Kraft/Cadbury hat sich seit 2009 schon verstärkt gegen Kinderarbeit eingesetzt, aber man hat seit zwei Jahren nichts mehr davon gehört, welche Fortschritte die Kampagne brachte.

Hershey hat nun verlauten lassen, dass sie meinen, einen bedeutenden Fortschritt bis 2020 in der Produktion von fairem Kakao machen zu können. Sie wollen sich, angelehnt an die Werte ihrer Firma, für die zwei Millionen Kakaofarmer in Westafrika engagieren und das Problem am Ursprung bekämpfen.2)

Diese Versprechen sind natürlich großartige Neuigkeiten für Farmer und ihre Kinder in Westafrika und man kann sich nur wünschen, dass Hershey es schafft, das alles bis 2020 durchzusetzen.3)

  1. Probonaustralia – Hershey und die Scorecard []
  2. Hershey steht unter Vorwürfen zur Kinderarbeit []
  3. businesswire – Hersheys Plan für 2020 []

Über madeleine / earthlink

macht ihren Bundesfreiwilligen Dienst bei uns
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Response to Die Schokoladenfirma Hershey möchte sich gegen Kinderarbeit einsetzen – und stellt gleich einen Plan auf

  1. Johannes van Kampen sagt:

    NATUERLICH STELLT SICH MIR DIE FRAGE: WER TUT WAS FÜR DIE KINDER UND WAS IST KINDERARBEIT. Ich gehe da einen Schritt weiter, denn ich bemaengele nicht, dass Familien in Afrika mit ihren Kindern überleben wollen, sondern die Art und Weise, wie hier ohne Alternativen zu liefern, vorgegangen wird. Was kann man tun, den Kindern zu helfen und zwar persönlich, sollte die Frage sein und nicht den Finger auf Menschen zu zeigen, die für die Missstände nicht verantwortlich sind. Mein Enkelsohn half bei Peacecorp in Afrika, in ?Asien und jetzt in den USA. Er studierte Volkswirtschaft sowie auch Pädagogik. Heute betreut er Kinder bei Hershey zusammen mit seiner Gattin . Die Kinder machen ihre Beten selber, putzen ihr Zimmer selber, waschen sich und ihre Kleidung selber und machen ihre Hausarbeiten, alle unter Aufsicht, selbst beim Sport. Die Heimeltern betreuen die Familie mit circa 8 Kindern, plus ihrer eigenen. Ich stelle hier einmal die Frage haben sie sich jemals damit beschäftigt, wie Kinder, ob nun bei Hershey oder in Japan für das Leben erzogen werden ? Erziehen sie an richtiger Stelle, zum Beispiel an der Plantage in Afrika.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.