Die Unterdrückung der Dalit Frauen in Indien

Bild: © n.v. -

Weltweit wird die Zahl der Dalits auf 260 Millionen Menschen geschätzt. Sie werden als sogenannte „Unberührbare“ in das Kastensystem des Hinduismus hineingeboren. Besonders im Süden Asiens aber auch in Ländern wie Pakistan, Bangladesch, Nepal, Sri Lanka und Indien besteht dieses System. Die Menschenrechtsorganisation International Dalit Solidarity Network (IDSN) erklärt, dass Verbrechen und Gewalt gegen Dalits weit verbreitet sind und diese häufig nicht durch eine Strafe geahndet werden. Dort wo eine Gesetzgebung zum Schutz der „schedules castes“ (offizielle Bezeichnung für Dalits) besteht, würde es an der Umsetzung scheitern.

Speziell in Indien ist Diskriminierung aufgrund des Kastensystems ein sehr empfindliches und politisiertes Thema. Obwohl in der indischen Verfassung Rechte zum Schutz der Dalits niedergeschrieben sind, gibt es auch heute noch schwerwiegende Verstöße gegen ihre grundlegenden Menschenrechte. In Indien leben etwa 201 Millionen Dalits, die 16 Prozent der Landesbevölkerung ausmachen. „Die weitverbreitete Diskriminierung und Gewaltverbrechen gegen Dalits und die Straflosigkeit für die Täter stehen im krassen Gegensatz zu Indiens Image als größter Demokratie der Welt.“ Dalits werden auf verschiedene Arten diskriminiert. Vor allem Zwangsarbeit und die Einschränkung der politischen Partizipation gehören zu ihrem alltäglichen Leben. Arme Dalit Frauen bilden das letzte Glied der Hierarchieordnung in Südasien. Sie leiden unter doppelter Unterdrückung. Einerseits als Zugehörige einer verarmten Unterschicht, andererseits weil sie Frauen sind. Die massive Kasten- und Genderdiskriminierung ist das Ergebnis einer äußerst ungleichen Machtverteilung in Indien. International Dalit Solidarity Network beschreibt in dem Bericht Dalit Women Fight die gegenwärtige Situation der Frauen. Auch heute noch ist das Leben in Indien sehr abhängig von der jeweiligen Kaste. Viele Dalit Frauen sind neben Erniedrigungen auch täglich mit körperlichen Übergriffen, sexueller Nötigung und Gewalt konfrontiert. Beispielsweise werden junge Dalit-Mädchen dazu gezwungen, sich für Männer höherer Kasten zu prostituieren. Laut UNICEF und Human Rights Watch ist die Schulabbruchrate bei Dalit-Mädchen weitaus höher als der Durchschnitt Indiens. Des Weiteren nehmen Ausgrenzung und Diskriminierung in den Schulen sämtliche Aussichten und tragen dazu bei, dass sie Opfer von Ausbeutung und Kinderarbeit werden. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation IDSN haben Dalit Frauen lediglich einen sehr eingeschränkten Zugang zu rechtlichem Schutz. Es gibt mehrere Fälle, in denen der Täter ein Mitglied einer höheren Kaste ist. Oftmals ziehen Verbrechen dann keine Strafe nach sich.

Die indische Regierung verkauft die Diskriminierung aufgrund des Kastenwesens der internationalen Beobachtung als „Familienangelegenheit“ und argumentiert, dass die UN sich damit nicht beschäftigen müsse, da ausreichende Verfassungs- und Rechtsschutzmechanismen vorhanden seien. Allerdings dulden viele Länder dies nicht und fordern eine angemessene Umsetzung der Gesetze und eine damit einhergehende Strafverfolgung.

 

 

„Let them not rape us every day and murder us. Make the police give us our rights. I will fight for all those who are abused and dead and I hope if my turn comes someone will be there to fight for me” (Manisha, Dalit woman, Human Rights Defender)1)

 

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  1. idsn. dalit women fight. []

Über philipp / earthlink

Hallo, ich heiße Philipp Meier und bin Offiziersanwärter bei der Bundeswehr. Derzeit absolviere ich ein Praktikum bei earthlink :)
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